Polarlichter über Deutschland erwartet

Eine starke Sonneneruption könnte am Wochenende für ein seltenes Naturschauspiel über Deutschland sorgen: Polarlichter. In einigen Teilen der Republik dürfte auch das Wetter mitspielen. Um die Leuchterscheinung gut beobachten zu können, ist aber auch die Wahl des Standorts wichtig.

Polarlichter bringt man meist nur mit Regionen in Polnähe in Verbindung. Doch die himmlischen Leuchterscheinungen sind unter bestimmten Bedingungen auch in unseren Breiten zu beobachten. In den kommenden Nächten könnte es erneut so weit sein: Bereits am Donnerstag wurde eine starke Sonneneruption beobachtet, berichtete die US-Wetterbehörde NOAA. Das könnte auch über Deutschland den Himmel zum Glühen bringen.

Bei der Sonneneruption wurde vermutlich eine große Menge hochenergetischer Teilchen ins Weltall geschleudert. Dieser Teilchenregen ist zudem genau in Richtung Erde unterwegs. Je nach Geschwindigkeit dürfte er zwischen dem 29. und 31. Oktober auf die Erdatmosphäre treffen. Dort bringen die geladenen Teilchen je nach Höhe dann unterschiedliche Atom- und Molekülarten zum Leuchten.

Ungetrübter Blick nach Norden hilfreich

Aber von wo aus kann man die Polarlichter am besten beobachten? Der Verein Arbeitskreis Meteore empfiehlt auf seiner Webseite, einen Standort mit möglichst wenig störendem Licht zu wählen. Am besten geeignet seien Gebiete nördlich von Großstädten und ländliche Regionen. Beste Bedingungen finden sich demnach an Nord- oder Ostsee, wo der Blick nach Norden meist ungetrübt ist. Denn Polarlichter seien von Deutschland aus meist in Horizontnähe in nördlicher Richtung zu sehen.

Laut NOAA handelt es sich bei dem Ereignis vom Donnerstag um eine Sonneneruption der höchsten Kategorie X. Sie könnte daher nicht nur Polarlichter erzeugen, sondern auch den Funkverkehr stören sowie das GPS-System für kurze Zeit ausfallen lassen.

Bereits im Juli war eine starke Sonneneruption beobachtet worden. Solche Ausbrüche finden meist alle 11 Jahre während der Phase maximaler Aktivität auf der Sonne statt. In dieser Zeit können über Norddeutschland an etwa zehn Nächten im Jahr Polarlichter beobachtet werden, schreibt der Deutsche Wetterdienst. Die bisher schwerste jemals beobachtete Sonneneruption war übrigens das Carrington-Ereignis im Jahr 1859. Polarlichter waren damals selbst noch auf Kuba und Hawaii zu sehen.

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