Sind Ventilatoren gefährliche Virenschleudern?

Der Sommer zeigt uns, was er kann und wir sind froh um jedes bisschen Abkühlung. Normalerweise übernimmt die Kühlung im Büro der Ventilator. Allerdings bleibt die Frage, wie der Umgang mit Ventilatoren und den Aerosolen in Zeiten der Corona-Epidemie sein sollte. Antworten hat SWR-Umweltradakteur Thomas Koch.

Bild von Bruno /Germany auf Pixabay
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Ist ein Ventilator eine „Virenschleuder“?

Wenn alle Fenster geschlossen sind, wie das jetzt im Sommer wegen der Hitze oft der Fall sein dürfte, dann kann das schon problematisch sein. Aktuell gehen einige Virologen davon aus, dass wir uns, neben Tröpfchen – die schnell zu Boden fallen, weil sie sehr groß sind, auch durch Aerosole anstecken können. Also durch sehr, sehr kleine Tröpfchen in der Atemluft. Und weil die so klein und leicht sind, können die eine ganze Weile in der Luft schweben. Ein laufender Ventilator wirbelt diese Aerosole wunderbar durch die Gegend. In einem Raum, in dem sich mehrere Personen aufhalten, atmet dann auch jeder dieser Aerosole ein. Damit kann man sich potenziell anstecken und krank werden.

Also besser auf den Ventilator verzichten?

Nein, das ist nicht notwendig. Denn wenn wir den Ventilator richtig positionieren, kann er uns sogar schützen. Virologe Christian Drosten hat zum Beispiel vorgeschlagen, überall da wo mehrere Menschen in einem Raum aufeinander treffen, zum Beispiel in Kitas oder Schulen, Ventilatoren zum Luftaustausch einzusetzen. Dazu sollte das Gerät aber unbedingt vor ein geöffnetes Fenster gestellt und eine Tür im Raum geöffnet werden. So kann dann ein Luftzug entstehen, der frische Luft in den Raum bringt und die Aerosole nach draußen befördert. Das soll die Ansteckungsgefahr senken.

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