Wintergefahren

Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kündigen für verschiedene Regionen Deutschlands Sturm mit orkanartigen Böen und auch zum Teil länger anhaltende und kräftige Schneefälle an. Gebietsweise sind Dauerregen und Tauwetter wahrscheinlich, zum Teil unwetterartig.

Bild von Наталья Коллегова auf Pixabay

Zugefrorene Seen oder andere gefrorene Gewässer sind beispielsweise sehr gefährlich. Ist ein See zugefroren, sieht es so aus, als könnte man darauf herum laufen. Doch oft kann man nicht sehen, wie dick das Eis ist und es besteht die Gefahr, dass man einbricht und ertrinkt. Erst ab einer Eisschicht von 15 cm sollte man die Eisflächen betreten. Die Gemeinde, in der man wohnt, gibt die entsprechenden Eisflächen frei. Bitte betreten Sie nur diese. Das Betreten anderer Eisflächen ist lebensgefährlich. Achten Sie bitte auch auf die Warnschilder. Gehen Sie also nie allein und nur in Begleitung eines Erwachsenen auf zugefrorenes Gewässer.

Sollten Sie einen Einbruch bemerken, alarmieren Sie bitte die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112.

Beachten Sie bitte auch die folgenden Eisregeln der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG):

  • Gehen Sie nie allein aufs Eis!
  • Fragen Sie bei der zuständigen Behörde nach, ob das Eis schon trägt.
  • Achten Sie auf Warnungen im Radio und in der Zeitung
  • Betreten Sie einen See erst, wenn das Eis 15 Zentimeter und ein fließendes Gewässer erst, wenn das Eis 20 Zentimeter dick ist.
  • Verlassen Sie das Eis sofort, wenn es knistert und knackt.
  • Legen Sie sich flach aufs Eis und bewegen Sie sich nur vorsichtig auf dem gleichen Weg zurück Richtung Ufer, wenn Sie einzubrechen drohen.


Und noch einige Tipps für Kinder (aber auch für Erwachsene):

  • Spielen mit Schnee: Das Spielen mit Schnee macht sehr viel Spaß. Du kannst einen Schneemann bauen oder mit deinen Freunden eine Schneeballschlacht machen. Doch Vorsicht – auch hier kann es gefährlich werden. Wenn der Schnee eisig und hart wird, kann er unter anderem Schnittverletzungen an Händen hervorrufen. Und wenn man einen harten Schneeball bei einer Schneeballschlacht abbekommt, kann das sehr wehtun und zum Beispiel auch zu Augenverletzungen führen.
  • Es können sich Schneelawinen von Hausdächern lösen und herunterstürzen. Oft hängen auch Eiszapfen an den Regenrinnen. Die sehen zwar schön aus, können aber auch runterfallen und dich schwer verletzen. Halte dich also bei Schnee und Eisglätte in sicherer Entfernung von geneigten Dachflächen auf.
  • Vorsicht Glatteis: im Winter sind oft auch Treppen und Gehwege gefroren und Du kannst ausrutschen und hinfallen. Auch das Fahren mit dem Fahrrad oder dem Roller ist gefährlich. Sei also bitte vorsichtig und gehe lieber zu Fuß!

Hohe Schneelast kann verheerende Folgen haben

Dachlawinen und die Gefährdung der Standsicherheit eines Daches

Dachlawinen und die unsachgemäße Räumung eines Daches können Menschen in Lebensgefahr bringen. Extreme, lang anhaltende Schneefälle können auch die Standsicherheit eines Daches gefährden. Wie gefährlich das ist, hat im Jahr 2006 der Einsturz der Bad Reichenhaller Eissporthalle gezeigt. Kurz vor der Schließung der Halle aufgrund der extremen Schneewetterlage kam es zum Einsturz des Daches. Zu dem Zeitpunkt befanden sich noch über 50 Personen im Gebäude. Bei dem Einsturz wurden 34 Personen schwer verletzt und 15 Menschen kamen ums Leben, darunter 12 Jugendliche und Kinder.

Schneelast lässt sich nicht mit dem bloßen Auge erkennen

Mit dem bloßen Auge sind bedrohliche Schneelasten nur schwer zu erkennen, denn oft ist nicht die Dicke der Schneeschicht auf dem Dach entscheidend, sondern die darunter liegende Zusammensetzung. Gerade bei einem ungünstigen Wechsel von Tau- und Frost-Phasen können dicke und schwere Eisplatten das Gewicht auf den Dächern immens erhöhen. Denn eine gerade mal ein Zentimeter dicke Eisschicht wiegt genauso viel Pulverschnee mit einer Tiefe von zehn Zentimetern. Professionelle Hilfe von Dachdeckern oder den Feuerwehren sollte daher bei langanhaltenden Schneefällen auf jeden Fall hinzugezogen werden, um die Schneelast zu bemessen und zu räumen. Aufgrund der Ausrutsch- und Einsturzgefahr sollten Sie dies nie eigenständig tun. Vorbeugende Maßnahmen können zusätzlich helfen, Ihr Haus bei Schneelast zu schützen. So erhöht normgerechtes Bauen und Warten die Sicherheit vor Schneelast um mindestens 50 Jahre.

Gefahr vor Lawinen

Wenn auf Berghängen neuer Schnee fällt und dieser auf der bereits abgelagerten Schneeschicht nicht genügend Halt findet, steigt das Risiko für Lawinen. Verschiedene Faktoren können dann eine Lawine auslösen. Gründe könnten u. a. Schneeüberhänge durch Triebschnee, starker Wind mit Schneefall oder auch extreme Temperaturanstiege sein. Die Schnee- und Eismassen rutschen dann ruckartig Gebirgshänge hinab – und das mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde.

Gewaltige Kräfte wirken ein

Dadurch entsteht eine gewaltige Kraft, die auch Häuser zum Einstürzen und Menschen in Lebensgefahr bringen kann. Häuser können jedoch als Zuflucht und Schutz für den Menschen dienen – und müssen der Lawinengefahr in gefährdeten Gebieten deshalb besonders standhalten. Denn wenn Schneemassen auf ein Haus prallen, kann ein immenser Druck auf die Außenwände und auf das Dach entstehen und deren Stabilität herausfordern. Gerade die bergseitige Außenwand eines Hauses ist besonders gefährdet, wenn sie z.B. Einbuchtungen oder große und viele Fenster und Türen aufweist.

Gebäudeeinstürzen vorbeugen

Deshalb ist es bei Häusern und Gebäuden in lawinengefährdeten Gebieten wichtig zu bedenken, wie der Gefahr eines Einsturzes vorgebeugt werden kann. Einen Sonderfall bildet die Staublawine. Sie verursacht neben dem Druck durch den Aufprall einen gefährlichen Unterdruck auf das Dach und sogar auf die dem Hang abgewandte Hausseite. Wenn ein Gebäude entsprechende Schwachstellen aufweist, erhöht sich das Risiko für die Sicherheit und Stabilität eines Hauses. Entsprechende Maßnahmen können jedoch helfen, sich selbst und andere sowie Ihr Haus vor Lawinen zu schützen.

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